Die Bronzeportale von 1972 von Hilde Broer veranschaulichen die Sieben Werke der Leiblichen Barmherzigkeit.

Das Hauptportal zeigt mit dem heiligen Martin das Jesuswort: "Was ihr dem Geringsten getan, das habt ihr mir getan."

Die Seitentüren erinnern an das Gebot Jesu, Hungernde zu speisen und Dürstende zu tränken (rechts) sowie Fremde zu beherbergen und Kranke zu besuchen (links).

Am Nordportal folgen weitere Erweise christlicher Nächstenliebe: sich Gefangener anzunehmen und Toten die letzte Ehre zu erweisen.

Die vierjochige, kreuzgratgewölbte Hallenkirche überrascht durch ihre Größe, Weite und Helligkeit.

Das Altarbild im linken Seitenaltar zeigt die Gottesmutter Maria mit dem Kind und die Heiligen Dominikus und Katharina von Siena. Der rechte Seitenaltar, der dem Kirchenpatron gewidmet ist, zeigt diesen mit dem Heiligen Fridolin von Säckingen und Fürbittensteller.

Die beiden Katakombenheiligen Magnus und Gaudentius ( hier auf dem Bild ) in den Rokokoschreinen in den Seitenaltären wurden 1821 aus der säkularisierten Friedrichshafener Prioratskirche Hofen, wo sie 1700 eingesetzt worden waren, übertragen.

Der Markdorfer Maler Joseph Guldin fertigte 1765 die 14 Kreuzwegstationen-Bilder an, die an der südlichen und nördlichen Seitenwand zu sehen sind.

Die beiden Wandaltäre von 1722/1723 sind aus blaugrauem und rötlichem Stuckmarmor mit Halbsäulen; Lisenenvorlagen, Holzkapitellen und verkröpftem Gebälk gestaltet.

Franz Anton Bronnenmeyer schuf 1723 die dort eingefassten Gemälde. Auf der Nordseite ist das Martyrium des Heiligen Sebastians mit dem seinem Schutz anbefohlenen Langenargen zu sehen. Darüber der selige Tempelritter Johannes von Monfort. Die Kirche St. Martin ist, wie ursprünglich geplant, mit zwei Türmen dargestellt. Dieses Vorhaben konnte aber aufgrund Geldmangels nicht durchgeführt werden.

Der südliche Wandaltar zeigt das Martyrium des Heiligen Johannes Nepomuk. Darüber der Kreuzestod der legendären Volksheiligen Wilgefortis ( Kümmernis ).

Die Nordseite wird von einer spätbarocken Kanzel geprägt. Ein Josefsbild wird von zwei Putten und einem Vorhang drapiert. Das aus Holz gearbeitete und marmorierte Flachrelief zeigt die Predigt Johannes des Täufers. Der spitz auslaufende Schalldeckel erinnert mit seinem posauneblasenden Putto an die Zehn Gebote.

Über der nachträglich angefügten Marienkapelle ( 1726 - 1728 ) ragt die loggiaartige Herrschaftsloge, die heute als Kirchenbibliothek genutzt wird.

Zwei Deckenbilder des einheimischen Barockmalers Anton Maulbertsch zeigen zum einen die Aufnahme Mariens in den Himmel zum anderen den zwölfjährigen Jesus im Tempel.

Am rechten Westpfeiler ist das barocke Schutzengelbild ( um 1745 ) beachtenswert.

Es zeigt einen großen Engel, der den Grafensohn Johann Nepomuk von Montfort beschützt und mit seiner Linken auf die über Wolken schwebende, von zwölf Sternen umkränzte Muttergottes weist.

Links im Vordergrund eine Frau und ein Kind, dessen Augen verbunden sind. Dahinter St. Michael und weitere Engelsgestalten.  

Am linken Westpfeiler ist eine Anna Selbdritt - Skulptur aus dem 17. Jahrhundert zu sehen.

In der Marienkapelle ist eine spätgotische, ulmische Madonna mit dem Apfel ( um 1450 ) zu sehen.

Auf dem eingeschweiften, marmorierten Holzdeckel des sandsteinernen, akanthusüberschlagenen Taufbeckens ( 1722 ), das auf einem achtseitigen Balusterfuß ruht, folgt eine barocke Jordangruppe.

Sehenswert sind die 15 Rosenkranzmedaillons aus dem 17. Jahrhundert an den Wänden.

In einer Wandnische in der Marienkapelle ist ein hochbarocker Geißelheiland ( um 1770 ) aufgestellt.

Der Gekreuzigte unter der Orgelempore stammt aus dem Jahr 1735.

1978 erneuerte und erweiterte der Orgelbauer  Winfried Albiez die 1936 von den Gebrüdern Späth gebaute Orgel. Sie umfasst drei Manuale und 48 Register. Den neubarocken Prospekt schuf der Gornhofener Bildhauer Reinhold Schäle.

Nähere Informationen und Details erhalten Sie im Kirchenführer des Verlages  Schnell & Steiner, der im Schriftenstand in der Kirche aufliegt.